Einleitung

Eindeutige Aussagen zu treffen, bei welchem Licht, zu welcher Tageszeit und aus welchem Winkel man Züge fotografieren sollte und wie/wann nicht, liegt mir fern. Die Fotografie und so auch diejenige von Eisenbahnen lässt sich nicht in ein Korsett von "Regeln“ stecken. Die individuelle Wahrnehmung und subjektive Vorstellungen von Licht/Perspektiven/Motiven erlauben ein sehr weites Spektrum von Gefallen oder nicht-Gefallen. 

Davon abgesehen ist gerade die Bahnfotografie von ständigen Kompromissen geprägt, befindet sich das Fotoobjekt doch üblicherweise in zum Teil schneller Bewegung und wartet nicht darauf, bis der Fotograf fertig ist oder auf "besseren" Sonnenstand oder besseres Wetter. Auch erlaubt oft die vorgegebene Örtlichkeit am Gleis schon rein aus Sicherheitsgründen keine beliebige Standortwahl durch den Fotografen. Dafür kann das Festhalten einer seltenen/ungewöhnlichen Betriebs- oder Lichtsituation gewisse Mängel schnell vergessen machen. Auch insofern halte ich "Regeln" für ungeeignet.

Auch auf die physikalischen Grundsätze der Fotografie möchte ich hier nicht eingehen, Kenntnisse über die Wechselwirkungen von Belichtungszeit, Blendenöffnung und Brennweite sind eine Voraussetzung für engagiertes Fotografieren. Weitverbreitete Kameratypen, die keine direkten Einflussnahmemöglichkeiten darauf bieten, sind für das Fotografieren von Eisenbahnen schlicht ungeeignet.

Für Grundkenntnisse sei beispielhaft auf folgende Internet-"Schnellkurse" verwiesen: fotolehrgang.htm oder bildpartner_fotokurs_grundlagen.pdf

Ich möchte unten nur ein paar lose Denkansätze geben, die vielleicht den Anfänger schneller zu dauerhaft zufriedenstellenden / abwechslungsreicheren Motiven führen, statt zu tausenden, gleichförmigen Bildern, die man sich nach Jahren gar nicht mehr ansehen mag, denn die größte "Gefahr" beim Bildergucken, das ist die Langeweile!

Tipps

Regeln brechen  ... denn nur dokumentarische Fotos aus einem 45 Grad Winkel mit der Sonne im Rücken machen? Nein, die wertvollsten Stücke der Sammlung entstehen immer wieder unter Missachtung von Standard-Fotopraktiken 
Licht ... und Wettersituationen ausnutzen, statt beim Auftauchen der ersten Wolke die Flinte ins Korn zu werfen
Spannung ... aufbauen, der Zug/die Lok/das Motiv muss nicht immer in der Bildmitte sein und wird durch einen bildlichen "Gegenpol" betont
Zeit ... für die Suche nach guten Fotostellen und dort realisierbaren Perspektiven investieren
Augen auf ... für bildbereichernden Vorder- oder Hintergrund, es gibt da mehr als man denkt
Probieren ... geht über studieren, unterschiedliche Brennweiten und Aufnahmewinkel ausprobieren
Bildränder ... im Auge behalten, unnötiges Abschneiden bildwichtiger Teile - insbesondere des Zugendes - vermeiden
"Mut" ... zum beherzten Schnappschuss, ruhig auch mal in eigentlich "hoffnungslosen" Lichtsituationen. "Mut" aber auch zum Wegwerfen/Löschen des Bildes wenn es, was dabei oft passiert, misslang.
Kreativität ... durch Nutzen der manuell beeinflußbaren Funktionen der Kamera
Abwechslung ... durch Zusammenstellen verschiedenartiger Aufnahmen zu einer Bildserie

Direkt ein paar Bildbeispiele dafür ohne Vorschaubilder

 


Letzte Änderung: Nov 2009