Die Westfälische Landes-Eisenbahn Warstein-Lippstadt-Neubeckum-Ennigerloh/Münster

Lok 36 im Schubdienst und Lok 51 mit Gdg 20 am westfaelischen "Semmering"

Die Westfälische Landes-Eisenbahn WLE (einst Warstein-Lippstädter Eisenbahn) gehört (wie RVM und RLG) zum Konzern der Westfälischen Verkehrsgesellschaft WVG und ist damit wie viele "Privat"bahnen im Besitz der Anrainerkreise und Gebietskörperschaften. Auch wenn das einst weitverzweigte, regionale Streckennetz nur noch teilweise vorhanden ist befördert die WLE auf dem 119 km langen Restnetz jährlich gut 1 Mio. Tonnen, vorwiegend im Kalkstein-Ganzzugverkehr vom Steinbruch Hohe Liet in Warstein zu den Zementwerken um Beckum und Ennigerloh (4 Zugpaare plus Bedarfszüge an Mo-Fr). Die Kalksteinroute erlaubt als Streckenklasse D4 höchsten Achsdruck und Meterlast (22,5 to; 8 to/m). Zwischen Münster und Neubeckum geht es mit einem Restzugpaar und leichterem Oberbau deutlich ruhiger zu. Weitere, überregionale Verkehre beschert seit 2005 die Warsteiner Brauerei auf in 2004 gebautem, 4,5 km langen Anschlussgleis samt Containerbahnhof. Auch gemischte Güterzüge mit Einzelwagenladungen werden befördert und in Neubeckum oder Münster an die DB übergeben.  Eine Wiederinbetriebnahme des Mitte der 70er Jahre eingestellten Personenverkehrs ist zwar für den Abschnitt Münster - Sendenhorst seit Längerem in der Diskussion aber noch nicht konkret. Außerhalb ihres eigenen Streckennetzes ist die WLE fallweise in Benninghausen anzutreffen, ferner beförderte sie während einer Zementklinkerkampagne im Sommer 2004 mit bis zu drei Loks Ganzzüge der Relation Erwitte-Harburg (Schwaben).

Der Lokbestand der WLE besteht aus zum Teil recht alten aber leistungsstarken Deutz sowie
MaK-Typen und ist in den Schuppen in Warstein, Lippstadt und Beckum zuhause. Ein gutes Dutzend Streckenloks mit Leistungen zwischen 1.200 und 3.000 PS stehen zur Verfügung, ferner 57 Kalksteinwaggons für den Pendelverkehr zwischen Steinbruch und Zementwerken. Zu den Spezialitäten der WVG-Hauptwerkstatt in Lippstadt Nord gehören leistungssteigernde Remotorisierungen, denn die zahlreichen, starken Steigungen und engen Gleisradien speziell im Bereich der Überquerung des Haarstrangs ("westfälischer Semmering") bei Drewer aber auch in den Beckumer Bergen machen stets sehr zugstarke Loks erforderlich und sorgen für entsprechenden Verschleiß.

Nun aber gute Unterhaltung bei einer "Bildbereisung" der WLE von Warstein nach Münster

Teil 1: 
Von Warstein nach Lippstadt
Teil 2: 
Von Lippstadt nach Münster
Teil 3: Mit Schub über den "Westfälischen Semmering" Teil 4: 
Möhnetalstrecke, Sonderzüge, Güterzüge außerhalb des WLE-Netzes



Links zum Thema:

Die WLE mit Lok- und Waggonbestand

Bilder der WLE-Zementklinkerkampagne 2004